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Kurz erklärt: Spiegelneuronen sind Nervenzellen im Gehirn, die nicht nur feuern, wenn wir selbst etwas tun, sondern auch, wenn wir jemand anderen dabei beobachten. So „spiegelt“ unser Gehirn, was wir beim Gegenüber sehen – eine Bewegung, ein Lächeln, ein trauriges Gesicht. Viele Forscher sehen darin eine Grundlage für Mitgefühl und dafür, dass Lachen ansteckend ist. Entdeckt wurden sie Anfang der 1990er-Jahre an der Universität Parma.
Auf einen Blick:
Spiegelneuronen sind eine erstaunliche Einrichtung unseres Körpers – eine Sprache jenseits der Worte. Spiegelneuronen haben etwas damit zu tun, warum Sie einen Job nicht bekommen, obwohl Sie bestens vorbereitet und auch geeignet sind. Sie haben etwas damit zu tun, dass Sie ein sündhaft teures Kleid kaufen, obwohl Sie es sich eigentlich nicht leisten können. Und damit, warum Sie durch eine Prüfung fallen, obwohl Sie eigentlich alles gelernt haben. Spiegelneuronen helfen uns auch zu erkennen, wie jemand gestimmt ist, selbst wenn er es selbst gar nicht so empfindet.
Die Entdeckung: Anfang der 1990er-Jahre beobachteten Forscher um Giacomo Rizzolatti an der Universität Parma bei Makaken-Affen, dass bestimmte Nervenzellen immer dann feuern, wenn das Tier selbst eine Handlung ausführt – und, das war das Aufregende, auch dann, wenn es einen anderen dieselbe Handlung ausführen sieht. Mit anderen Worten: Egal ob ich handle oder ob ich jemand anderen handeln sehe, jedes Mal wird eine ähnliche Reaktion in meinem Gehirn ausgelöst. Beim Menschen gibt es dafür viele Hinweise; wie groß ihre Rolle für unser Einfühlungsvermögen genau ist, wird in der Forschung noch diskutiert.
Die Spiegelneuronen sitzen vor allem in der prämotorischen Großhirnrinde, dem Teil unseres Gehirns, der unsere Bewegungen plant und steuert. Sehen wir jemanden lachen oder weinen, lösen diese Spiegelneuronen in uns einen ähnlichen biochemischen Cocktail aus, als würden wir selbst Freude oder Leid empfinden. Dadurch entsteht in uns Empathie: die Fähigkeit, uns emotional in andere Menschen einzufühlen. Mitgefühl.
Gefühle erkennen wir an kleinsten Muskelbewegungen im Gesicht – an nach oben gezogenen Mundwinkeln und lachenden Augen oder an herunterhängenden Mundwinkeln. Diese Mikromimik und Gestik nimmt unser Unterbewusstsein wahr, und unser Gehirn bildet die Gefühle in uns nach. So fühlen wir uns, ohne uns dessen bewusst zu sein, in das Gegenüber ein. Jetzt verstehen wir besser, warum Lachen so ansteckend ist.
In einer Beziehung spiegeln wir einander ständig, ohne es zu merken. Ein genervter Blick, verschränkte Arme, ein Seufzen – und schon fühlt sich der andere angegriffen, obwohl kein Wort gefallen ist. Umgekehrt kann ein offenes Lächeln einen Streit entschärfen, bevor er beginnt.
Paare, die lange zusammen sind, gleichen sich oft in Mimik und Haltung an. Das kann Nähe schaffen – aber auch Muster verstärken: Wer innerlich überzeugt ist „Ich werde ja doch nicht gesehen“, sendet genau diese Botschaft aus und erlebt sie dann immer wieder bestätigt.
Wie solche unbewussten Botschaften entstehen und wie man sie verändert, ist ein Thema der Paarberatung – zu zweit oder allein.
Was hat das mit dem Job, der Prüfung oder dem Kleid zu tun? Wenn wir in uns das Gefühl haben „Das schaffe ich nicht“, „Das kann ich nicht“ oder „Das verdiene ich nicht“, dann können wir noch so gut vorbereitet sein und noch so eine perfekte Maske aufsetzen – es nützt uns nichts. Über unsere Mikromimik und Gestik vermitteln wir unserem Gegenüber das Gefühl, das uns wirklich bewegt. Ohne dass es ihm bewusst ist, kommt bei ihm an: „Ich verdiene diesen Job nicht. Ich kann nicht, was Sie suchen. Ich traue mir zu wenig zu.“ Das sind sogenannte negative Glaubenssätze, die unterschwellig vereiteln, was wir wollen. Hand aufs Herz: Wenn Sie der Personalchef wären und Ihr Bewerber Ihnen diese Botschaft unbewusst sendet – würden Sie ihn einstellen?
Genauso ist es bei Prüfungen: wenn Sie auf nonverbaler Ebene dem Prüfungsteam signalisieren, dass Sie es nicht verdienen, die Prüfung zu bestehen. Oder: „Ich darf diese Prüfung nicht bestehen, denn dann würde ich mein eigenes Leben leben – und ich muss doch für meinen kranken Vater oder meine kranke Mutter da sein.“ Die unbewusste Botschaft kann auch eine andere sein, die Wirkung ist dieselbe. Und das sündhaft teure Kleid? Hier lautet die unterschwellige Botschaft vielleicht: „Ich will dieses Kleid unbedingt haben. Ich verdiene es. Ich kann es mir trotzdem leisten.“ Der Verkäufer empfängt diese Signale und reagiert mit den passenden Argumenten – und das Kleid wird gekauft.
Umgekehrt gilt das natürlich auch für den Verkäufer. Warum sind manche Verkäufer so erfolgreich, während andere sich abmühen und nicht halb so viel Erfolg haben? Ist es auch hier ein Spiel der Spiegelneuronen? Könnte es sein, dass hier die Botschaft gesendet wird: „Ich kann das eigentlich nicht. Ich will das eigentlich nicht. Ich verdiene das nicht“? Wie soll jemand, der solche Botschaften aussendet, ein erfolgreicher Verkäufer werden?
Die gute Nachricht: Die Botschaft, die wir unterschwellig senden, lässt sich verändern. Meist sitzt die Ursache der Glaubenssätze aber so tief, dass ein Selbstversuch nicht ausreicht. Hier kann die Arbeit mit Hypnose oder dem Yager Code ansetzen, um den Ursachen nachzugehen – in München-Schwabing, am Chiemsee oder online.
„Frage und forsche, suche und finde!“ (Sir 6,27)
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